Unterstützung gesunder, stillender Mütter

Special Collection: Unterstützung für gesunde, stillende Mütter 

Hintergrund

Die WHO empfiehlt, Kinder bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen und das Stillen mindestens bis zum zweiten Lebensjahr weiterhin als wichtigen Teil der kindlichen Ernährung beizubehalten. Es ist bekannt, wie wichtig Stillen für die kindliche und die mütterliche Gesundheit ist, sowohl kurzfristig, als auch auf lange Sicht. Die Babys bekommen seltener Infektionen im Verdauungstrakt, in den Lungen, dem Atemtrakt oder in den Ohren, sie werden seltener übergewichtig und entwickeln Diabetes erst später im Leben. Die Mütter entwickeln seltener Diabetes oder Brust- und Ovarialkrebs.

Viele Mütter beenden wegen verschiedener Probleme das Stillen früher als sie selbst es wünschen. Ihnen mit guter Versorgung und Unterstützung zur Seite zu stehen, könnte ihnen dabei helfen mit dem Stillen fortfahren zu können.

Hintergrund – Warum ist es wichtig?

Wenn man erkennt, welche Unterstützung Mütter bräuchten, um zu Stillen, könnte man ihnen helfen das Stillen solange fortzusetzen wie sie wünschen. Mit dem Stillen frühzeitig aufzuhören, kann für manche Mütter Enttäuschung und Stress bedeuten und Gesundheitsprobleme für sie und das Kind nach sich ziehen.

Unterstützend ist, den Müttern Sicherheit zu vermitteln, Lob auszusprechen, sie zu informieren, und Möglichkeiten zu bieten, Probleme zu diskutieren und alle Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen.

In diesem Review wird untersucht, ob eine zusätzliche Unterstützung im Vergleich zur üblichen Versorgung helfen kann, vorzeitigen Abbruch des Stillens zu reduzieren. In Bezug auf die zusätzliche Unterstützung interessierte uns Hilfe durch Hebammen, Krankenschwestern und ÄrztInnen, bzw. durch ausgebildeten Laien des medizinischen Bereichs und Freiwilligen.

Ergebnisse

Dieser aktualisierte Review enthält 100 randomisierte kontrollierte Studien mit mehr als 83.246 Müttern. Die 73 Studien, die Daten für die Analysen lieferten, kamen aus 29 Ländern und enthielten 74.656 Mütter. Etwa 62% der Mütter stammten aus Ländern mit hohem Einkommen, 34% aus Ländern mit mittlerem und 4% aus Ländern mit niedrigem Einkommen.

Alle Arten einer zusätzlichen Unterstützung führten zu einer Verlängerung der Stillperiode sowohl mit, als auch ohne jegliche weitere Flüssigkeitsgabe oder Beikost.

Das bedeutet, weniger Frauen beendeten das Stillen – ausschließlich oder mit Beikost (moderate Qualität der Evidenz) –  innerhalb von vier bis sechs Wochen oder vor sechs Monaten. Sowohl die medizinisch ausgebildeten Freiwilligen, als auch die Ärzte/Ärztinnen und Krankenpflegepersonen hatten dabei einen positiven Einfluss auf das Stillen.

Der Ausdruck ‘hohe Qualität der Evidenz’ bedeutet, dass wir sicher sein können, in weiteren Studien ähnliche Ergebnisse zu finden. Für keinen der vorliegenden Endpunkte gab es ‘hohe Qualität der Evidenz’. Der Ausdruck ‘moderate Qualität der Evidenz’ heißt, dass wir eine Bandbreite unterschiedlicher Ergebnisse gefunden haben, die sich zum Teil widersprechen. Neue Studien mit anderen Arten der Unterstützung für ein exklusives Stillen könnten unser Verständnis verbessern, wie wir Mütter dabei unterstützen können.

Was bedeutet das?

Mütter mit spezieller Hilfe zu unterstützen, hilft ihnen, ihre Babys länger zu stillen.

Die Unterstützung beim Stillen könnte wirksamer sein, wenn sie voraussagbar, planmäßig und mit regelmäßigen Besuchen durch Hebammen, Krankenpflegepersonen, Ärzten/Ärztinnen oder geschulten Freiwilligen verbunden ist.

In verschiedenen geographischen Regionen werden unterschiedliche Arten von Hilfe notwendig sein, um vor Ort den Bedürfnissen der Mütter zu entsprechen. Wir brauchen zusätzliche randomisierte kontrollierte Studien, um den Müttern im Weiteren die jeweils benötigte spezielle, individuell wirksame Hilfe anbieten zu können.

Wird den stillenden Müttern eine besondere Unterstützung angeboten, verlängert sich die Dauer und  Ausschließlichkeit des alleinigen Stillens.

Zum Cochrane Review 

Zur „Special Collection“ in der Cochrane Library