Vom 8. bis 10. Dezember 2026 findet das Cochrane Colloquium in Krakau, Polen, statt. Unter dem Motto „Cochrane Evidence: Living, Trusted, Transformed“ bringt die internationale Cochrane-Gemeinschaft Forschende, Methodiker:innen und Gesundheitsfachkräfte zusammen. Veranstaltungsort ist das ICE Krakow Congress Centre.
Unsere Beiträge reichen von der Anwendung und Evaluation künstlicher Intelligenz in Evidenzsynthesen über Methoden der Evidenzsynthese bis hin zu Co-Produktion und Beteiligung von Patient:innen und anderen Interessengruppen.
Beiträge zu künstlicher Intelligenz und Evidenzsynthese
Irma Klerings präsentiert Ergebnisse einer gemeinsamen Arbeit mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin (AG-EBM) der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB). In ihrem Vortrag
- „Artificial intelligence (AI)-support for systematic literature searching: a retrospective evaluation of several AI-tools“
geht es um KI-gestützte Funktionen für die systematische Literatursuche.
Gerald Gartlehner hält zwei Vorträge, die sich mit der Evaluation von KI-gestützten beziehungsweise (semi-)automatisierten Methoden in Evidenzsynthesen beschäftigen. Beide Beiträge sind dem Themenbereich „AI-assisted stages of evidence synthesis and guideline development“ zugeordnet.
- „Adaptive Platform Study Within Reviews: An Innovative Study Design to Assess the Effectiveness of Artificial Intelligence Tools in Evidence Syntheses“
- „Effectiveness and Usability Evaluation of (Semi-) Automated Methods for Review Tasks in Cochrane Reviews: An Adaptive Platform Study Within Reviews“
Im Rahmen seiner Beiträge wird Gartlehner auch die CESAR-Studie und methodische Herausforderungen bei der Evaluation von KI für Aufgaben in Evidenzreviews thematisieren.
Auch Arianna Gadinger trägt zum Themenschwerpunkt „Responsible AI in evidence synthesis“ bei. Ihr Poster
- „Generative Large language models in qualitative evidence synthesis: a scoping review of current applications and evaluations“
gibt einen Überblick über die bisherige Literatur zum Einsatz und zur Evaluation von Large Language Models (LLMs) in qualitativen Evidenzsynthesen.
Gadinger hält außerdem einen Vortrag mit dem Titel
- „Generative large language models to support qualitative evidence synthesis“.
Darin werden von Menschen und ChatGPT 5 erzeugte Ergebnisse bei der Kodierung und Synthese von Findings anhand von drei Fallbeispielen qualitativer Evidenzsynthesen verglichen.
Methoden der Evidenzsynthese und Public Health
Isolde Sommer ist mit zwei Beiträgen im Programm vertreten. In ihrem Vortrag stellt sie den Scoping Review
- „Identifying and Characterizing Methods used in Evidence Synthesis on Values and Preferences of Health Outcomes – a Scoping Review“
vor. Der Beitrag ist dem Themenbereich „Methods for integrating different types of evidence, e.g. real-world data, evaluation reports“ zugeordnet.
Außerdem leitet Sommer den Workshop
- „Facilitating implementation of review findings in local contexts: A hands-on workshop on the CONSENSYS approach“
Der Workshop ist dem Themenbereich „Methods for contextualisation of evidence from a review to inform decision-making“ zugeordnet.
Barbara Nussbaumer-Streit ist mit drei Beiträgen als Erstautorin im wissenschaftlichen Programm vertreten:
- „Conducting Cochrane Rapid Reviews: Methodological Recommendations and Responsible AI Integration“. (Workshop)
- „AI-Assisted Abstract Screening Reduces Workload with Minimal Loss of Relevant Studies: A case study“. (Vortrag)
- „Evidence-Based Public Health Advice: Methods for Rapid and Ultra-Rapid Development – a scoping review“ (Poster)
Co-Produktion und Beteiligung an Evidenzsynthesen
Dominic Ledinger ist mit mehreren Beiträgen rund um Co-Produktion und Beteiligung an Evidenzsynthesen vertreten. Er hält drei mündliche Präsentationen: eine Einführung in die Arbeit der Cochrane Co-production Methods Group, gemeinsam mit Maureen Smith, eine Präsentation zu einem Scoping Review über die Einbindung von Interessengruppen in Evidenzsynthesen sowie ein Beitrag aus seiner Dissertation zur Erfassung von Forschungsprioritäten für Methoden der Co-Produktion:
- „Building Better Reviews Together: How the Cochrane Co-production Methods Group Is Shaping the Future of Evidence synthesis”
- „How are interest-holders involved in evidence syntheses? Results from a scoping review.”
- „Identifying and mapping research priorities for methods of co-production in evidence synthesis”
Darüber hinaus ist Ledinger an drei Workshops beteiligt:
- „Evaluating experiences and impacts of co-production in evidence synthesis: planning for reflective practice”
- „Designing meaningful involvement: an interactive workshop for evidence synthesis producers “
- „Patient and Public Involvement in Cochrane Groups - What have we achieved and what are we aiming for?” (Vortrag im Workshop von Cochrane Deutschland)
Programm und Zeiten
Das detaillierte Programm mit den individuellen Zeit- und Vortragsslots ist derzeit noch nicht veröffentlicht. Auf der Website des Cochrane Colloquiums ist bislang ein vorläufiger Programmüberblick mit den allgemeinen Sessionzeiten verfügbar.