Ab Februar 2026 startet die neue internationale Webinar-Reihe „Spotlight on Methods“, die von den European Cochrane Groups gemeinsam getragen wird. Ziel ist, aktuelle methodische Entwicklungen und neue Instrumente rund um Evidenzsynthesen vorzustellen und kritisch zu diskutieren. Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich übernehmen gemeinsam die Koordination der Webinare.
Jedes Webinar dauert eine Stunde, ist kostenlos und wird von einer europäischen Cochrane-Gruppe kuratiert. Neben fachlichen Inputs renommierter Expert:innen bietet die Reihe bewusst Raum für Austausch, Diskussion und praxisnahe Fragen.
Auftakt-Webinar: Detektieren problematischer Studien
Die Reihe startet am Donnerstag, 26. Februar 2026, um 14:00 Uhr (CET) mit dem interaktiven Webinar „Too good to be true – Spotting problematic trials in systematic reviews“.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie problematische Studien in systematischen Reviews erkannt werden können. Dr. Jack Wilkinson (University of Manchester) stellt das INSPECT-SR-Tool vor – ein Instrument zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit randomisierter Studien. Die Teilnehmenden wenden das Tool selbst an und lernen, wie es sinnvoll in systematische Reviews integriert werden kann.
Hier können Sie sich für das Auftakt-Seminar registrieren: https://evidencesynthesisireland.ie/conference/webinar-jack-wilkinson-too-good-to-be-true-spotting-problematic-trials-in-systematic-reviews/
Mehr Informationen und alle weiteren Termine finden Sie hier: https://www.cochrane.de/internatione%20Webinare
Kontakt: workshops@cochrane.de
Vernetzung als starkes Zeichen
Mit der neuen Webinar-Reihe „Spotlight on Methods“ schaffen die European Cochrane Groups eine gemeinsame Plattform für methodische Weiterbildung, Diskussion und Vernetzung – und setzen damit ein starkes Zeichen für europäische Zusammenarbeit in der Evidenzsynthese.
„Zusammenarbeit mit wenig Aufwand, aber großer Wirkung“
Warum genau jetzt eine gemeinsame europäische Webinar-Reihe gestartet wird und weshalb methodische Fragen im Zentrum stehen, erklärt Isolde Sommer, stellvertretende Direktorin von Cochrane Österreich, im Interview.
Was war die Idee hinter der neuen Webinar-Reihe „Spotlight on Methods“ – und warum kommt sie gerade jetzt zum richtigen Zeitpunkt?
Durch die Zusammenarbeit mit anderen European Cochrane Groups ist uns aufgefallen, dass viele Gruppen ähnliche Themen und sogar dieselben Vortragenden in ihren jeweiligen Webinar-Reihen haben. Daraus ist die Idee entstanden, diese Aktivitäten zusammenzulegen. Gleichzeitig treffen sich die European Cochrane Groups seit Mai 2024 jährlich, um Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit zu diskutieren. Die Webinar-Reihe ist eine Form der Kooperation, die mit vergleichsweise wenig Aufwand und Ressourcen umgesetzt werden kann, aber sehr wirkungsvoll ist. Wir organisieren am Department schon lange Webinare – warum also nicht gemeinsam mit anderen?
Die Reihe wird von den European Cochrane Groups gemeinsam organisiert. Was macht diese europäische Zusammenarbeit besonders wertvoll – auch für Cochrane Österreich?
Wissenschaft lebt vom Austausch und von Diskussionen zwischen unterschiedlichen Gruppen. Je vielfältiger das Publikum, die Perspektiven und die Fragen, desto größer der Erkenntnisgewinn. Außerdem ist eine europäische Zusammenarbeit für mich auch immer ein schönes symbolisches Zeichen.
Systematische Reviews bauen stark auf der Qualität der eingeschlossenen Studien auf. Welche Herausforderungen bestehen aktuell bei der Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit klinisch kontrollierter Studien – und warum wurde dieses Thema als Auftakt gewählt?
Das Thema hat sich ein Stück weit ergeben, passt aber sehr gut zu unserem Anspruch. Wir wollen bewusst methodische Neuerungen im Bereich Evidenzsynthesen aufgreifen. Das INSPECT-SR-Tool adressiert ein hochaktuelles Problem: die Identifizierung problematischer klinisch kontrollierter Studien – etwa im Zusammenhang mit Plagiaten, Datenfälschungen oder erfundenen Methoden. Solche Studien sind oft schwer zu erkennen. Da Evidenzsynthesen eine wichtige Grundlage für Entscheidungen sind, ist es wichtig, dass die eingeschlossenen Studien frei von Forschungsmissbrauch sind.
Für wen ist die Webinar-Reihe gedacht, und was sollen die Teilnehmenden idealerweise mitnehmen?
Die Reihe richtet sich an alle, die Evidenzsynthesen erstellen oder nutzen – also etwa Forschende, Personen aus dem Gesundheitswesen, Entscheidungsträger:innen oder Praktiker:innen. Die Webinare sollen Impulse und konkreten methodischen Input für die eigene Arbeit oder für die Anwendung von Evidenz liefern.
Vielen Dank für das Gespräch!