Transparenzmängel bei Studien aus Österreich

Die mangelnde Meldemoral von österreichischen Organisationen, die hauptverantwortlich klinische Studien durchführen, ist bedenklich. Während in Europa rund 64 Prozent der Studienergebnisse in der europäischen Datenbank veröffentlicht werden, sind es in Österreich nur 18,3 Prozent. Das zeigt ein Bericht, der gemeinsam von Transparency International-Austrian Chapter (TI-AC), Cochrane Österreich und TranspariMED veröffentlicht wurde. Besonders bei den medizinischen Universitäten fehlen für viele Studien Ergebnisse. Die Medizinischen Universitäten von Graz und Innsbruck veröffentlichten rund 20 Prozent ihrer Ergebnisse, die Medizinische Universität Wien nur 13 Prozent.

Insgesamt fehlen in Österreich die Ergebnisse von 273 Studien, an denen PatientInnen beteiligt waren. Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH, Direktor von Cochrane Österreich, setzt sich für die Berichterstattung der Studienergebnisse ein: „Man darf die Auswirkungen nicht unterschätzen. Es wäre möglich, dass die Ergebnisse nicht berichtet wurden, weil sich die AuftraggeberInnen der Studien andere Resultate erhofften. Dies kann zu einer Verzögerung von neuen und wirksamen Therapien führen und schadet somit den PatientInnen.“ 

Till Bruckner, Autor der Studie und Gründer von TranspariMED, merkt an, dass sich die Universitäten in Österreichs des Problems bewusst seien und bereits viele Studienergebnisse nachgetragen hätten. Aber ohne Sanktionen wird es aus seiner Sicht langfristig nicht funktionieren.

Kontakt für Rückfragen:
Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH
Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation und Direktor von Cochrane Österreich
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2910
gerald.gartlehner@donau-uni.ac.at

Dr. Barbara Nußbaumer-Streit, MSc BSc
Stv. Direktorin von Cochrane Österreich
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2919