Künstliche Intelligenz für bessere Evidenzsynthesen

Systematische Reviews sind aufwendig und ressourcenintensiv. Gleichzeitig wächst die Menge an wissenschaftlicher Literatur rasant. Um hochwertige Evidenz weiterhin effizient und zeitnah bereitstellen zu können, gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung.
Die Cochrane Artificial Intelligence (AI)-Methodengruppe wurde gegründet, um den Einsatz innovativer KI-Methoden in Evidenzsynthesen systematisch weiterzuentwickeln und organisationsübergreifend zu etablieren. Gemeinsam mit führenden internationalen Organisationen der Evidenzsynthese - darunter die Campbell Collaboration, das JBI sowie die Collaboration for Environmental Evidence - treibt Cochrane die methodische Weiterentwicklung und Implementierung KI-gestützter Werkzeuge voran.
Ziel der Methodengruppe ist es, Standards und Leitlinien für den verantwortungsvollen, transparenten und validierten Einsatz von KI in systematischen Reviews zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem Anwendungen zur Studienidentifikation, zum Screening, zur Datenextraktion sowie zur Aktualisierung bestehender Reviews. Durch die enge Zusammenarbeit der Organisationen sollen Synergien genutzt, Doppelarbeit vermieden und gemeinsame Qualitätsstandards etabliert werden.
Gerald Gartlehner, Co-Direktor von Cochrane Österreich, ist Mitglied der AI-Methodengruppe und bringt seine langjährige methodische Expertise in die Weiterentwicklung und Implementierung KI-gestützter Verfahren ein.
Langfristig soll der strukturierte Einsatz von KI dazu beitragen, Evidenzsynthesen schneller, effizienter und zugleich methodisch robust zu erstellen - ohne dabei die hohen Qualitätsansprüche zu gefährden, für die Cochrane steht.
Weitere Informationen finden Sie auf der englischsprachigen Seite der Cochrane AI-Methodengruppe.
Foto: Conny Schneider/Unsplash